Zur Historie der Stadtvilla Tieckstrasse 5

Die ehemalige Villa des Zimmermeisters Wilhelm Gottschalk wurde 1876 durch Hofmaurermeister F.A. Hasenheyer entworfen und im gleichen Jahr ausgeführt. Der Hofmaurermeister hatte seine Kenntnisse in langjähriger Tätigkeit als Bauleiter der späten Schinkelschule erworben.

Die zum Anwesen gehörende Remise wurde als Pferdestall mit Kutscherwohnung genutzt. Einzigartig und originell gestaltet, zählt das Kutscherhaus zu den wenigen noch erhaltenen Gebäuden dieser Art in Potsdam. So ist am Haus eine Mischung aus märkischer Ziegelbautradition und Dekoration in Form zeitgenössischer Ferienarchitektur im alpinen Landhausstil entstanden. Der Zimmermeister Wilhelm Gottschalk hat dort seine eigenen Ideen handwerklich umgesetzt. Im Jahr 2001 wurde das Baudenkmal liebevoll saniert und als Pension umgebaut.

Hier in der Jägervorstadt haben die Schinkel Mitarbeiter Persius, v. Arnim, Hesse und Häberlin eine Reihe herausragender Häuser und Villen erschaffen. Neben der Tieckstrasse 5 gehörten vier weitere Hauser ebenfalls dem selbstständigen Zimmermeister W. Gottschalk, der die großzügigen Stadtvillen für seine zukünftigen Mieter aus Adel und Militär errichten ließ. Mieter wie z. B. Graf Brühl, Graf Hardenberg , Graf Bethusy Huc, Herr von Heimburg sowie Baronin von Schleebrügge residierten in den herrschaftlichen Villenetagen.

Nach dem 2.Weltkrieg diente das Objekt der Unterbringung Russischer Offiziere. Die damalige Eigentümerin, Frau des Regierungsdirektor Dr. jur. v. Doetinchem de Rande konnte zu dieser Zeit nur noch wenige Zimmer im 1. Obergeschoss bewohnen. Im Jahre 1948 wurde das Objekt verkauft. Der neue Eigentümer sollte jedoch auf Grund der Zwangsvermietung durch die DDR - Behörden das Haus niemals selbst bewohnen. Im Jahre 1988 übertrugen die Erben die Stadtvilla Tieckstrasse 5 an die Stadtverwaltung Potsdam, sie konnten das Haus nicht länger unterhalten. Im Jahre 1998 erfolgte nach jahrelanger Prozedur letztendlich die Rückübertragung.

Die derzeitigen Eigentümer haben das Objekt 1999 erworben und originalgetreu restauriert. Nach zweijähriger Bauzeit erfolgte die Fertigstellung im Jahr 2001.